Yves Noyau – Schweizer Comic-Zeichner

Auf Comics allein möchte Noyau sich nicht beschränkt wissen, er ist
einfach Allround-Zeichner. Mit seinen Bildern erzählt er aber stets und
kommuniziert mit dem Betrachter. Neben Comics („Über die habe ich lesen
gelernt.“), sind Höhlenmalereien, Art Brut und japanische Kalligraphie wichtige Bezugspunkte für seine Arbeit.

Soul SängerinEin
viermonatiger Japan-Aufenthalt im Jahre 1987 prägt ihn. Die japanische
Schrift, deren Buchstaben nicht nur Töne bedeuten sondern in sich
bereits Zeichen und Bilder sind, animiert Noyau. Als Autodidakt
versucht er die Technik des japanischen Zeichnens seriös zu erlernen.
Bald ist er jedoch von der Komplexität seines Unterfangens überwältigt.
Radikal beschließt er alles, was er je über das Zeichnen gelernt hat,
zu vergessen. Er fängt wieder von vorn an und zeichnet nun mit seinen
Fingern wie ein Kind.

Die Technik der Fingermalerei – geboren aus künstlerischer
Kapitulation – wird zu einem kreativen Experiment, das eine Reihe von
seltsam beklemmenden Geschichten hervorruft. In diesen entpuppt sich
Milosevic als sympathischer Kerl, der eine Ausstellung von Noyau
besucht, die Putzfrau des Psychoanalytikers löst die Probleme der
Klienten, ein Mann leidet an den Gerüchen, die aus seiner Nase strömen
und eine junge Afrikanerin, deren Genitalien verstümmelt wurden, gebärt
ein Kind. Diese fingergezeichneten Geschichten wurden in Les doigts sales, einer Publikation aus dem französischen Traditionsverlag Buchet Chastel, gesammelt.

Yves ist Zeichner mit Leib und Seele, der neben Fingermalerei
unterschiedlichste Techniken anwendet. Lesbarkeit und das Vermeiden von
visuellen Ballast sind wichtig für ihn und so sind seine Bilder
minimalistisch reduziert: Als Künstler lotet er den Grenzbereich
zwischen dem eindeutigen Abbilden von Dingen und dem Eröffnen maximaler
Interpretationsmöglichkeiten aus.

Zur Eisernen ZeitNoyau verdient sein Brot als Zeichner für die Zeitungen TAGESANZEIGER und BILANZ und als Illustrator des Programmheftes der Zauberlaterne, dem größten europäischen Film-Club für Kinder. Weiters illustriert er die Musikzeitschrift Vibrations,
für die er seit deren Gründung tätig ist, und er ist Dozent für
Illustration an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. Er
ist auch Autor des Kinderbuchs Bonnes vacances Salbette.

Noyaus Skizzenbuch zum Thema Wien ist vom 17.4. bis zum 26.5. im Kabinett
für Wort und Bild

zu sehen. Der Schweizer Ausnahmezeichner war im März 2005 Artist in
Residence und bezog auf Einladung des Kabinetts ein Gastatelier im Museumsquartier.

 

Alle hier abgebildeten Zeichnungen copyright bei Yves Noyau

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.